Starkmacher Impact (SMI)
Starkmacher Impact (SMI) realisiert auf der Nyeri Hill Farm – einer der größten Kaffeefarmen Kenias – ein Leuchtturmprojekt, das Photovoltaik, Wasserelektrolyse und industrielle Wertschöpfung zu einem integrierten Power-to-X-System (PtX) verbindet. Das Projekt entstand in Kooperation mit der UNIDO, der GIZ im Rahmen des Projektentwicklungsprogramms für Grüne Wasserstoffprojekte (PDP-H2) sowie dem Erzbistum Köln. Es demonstriert, wie Impact Investing systemische Transformation in der Agrar- und Ernährungswirtschaft des Globalen Südens finanzieren kann.
Projektname
Nyeri Hill Farm – Power-to-X für klimaneutralen Kaffee
Initiator / Asset Manager
Starkmacher Impact GmbH (SMI)
Anlageklasse
Real Assets / Blended Finance
Finanzierungsinstrument
Starkmacher Impact Revolving Fund (SMIRF)
Investitionsvolumen
~2,5 Mio. EUR (CAPEX)
Finanzierungsstruktur
UNIDO A2D-Grant | Darlehen
Status
Fully Funded | Darlehen in Vergabe
Sektor
Agrar- und Ernährungswirtschaft, Erneuerbare Energien, Gesundheitsversorgung
Kirchl. Partner Deutschland
Technologischer Ansatz: Power-to-X (PtX)
Herzstück des Investments ist ein vollständig dimensioniertes Power-to-X-System auf der Nyeri Hill Farm (Machbarkeitsstudie GIZ/PDP):
PV-Anlage 550 kWp (0,55 MW) mit Netzeinspeisung (Net Metering, 95 MWh/a) und BESS 250 kWh
- PEM-Elektrolyseur: produziert grünen Wasserstoff aus lokal vorhandenem, aufbereitetem Wasser
- Haber-Bosch-Einheit + Luftzerlegungsanlage: synthetisiert Ammoniak (NH₃) – ersetzt CAN-Dünger (Kalziumammoniumnitrat) vollständig (100% Coverage)
- Sauerstoff-Nebenprodukt: deckt den extern beschafften Bedarf des Consolata Hospitals (Überschuss wird vermarktet
Blended-Finance-Struktur: SMIRF
Das Projekt basiert auf einem innovativen Revolving-Fund-Ansatz (SMIRF): Die eingesparten Kosten aus Düngemittel- und Sauerstoffbeschaffung werden nicht an den Darlehensgeber ausgeschüttet, sondern regional in neue Social-Impact-Projekte reinvestiert. Die Einnahmen speisen sich aus der Sauerstofflieferung ans Consolata Hospital (54 %), eingesparten Düngemittelkosten (42 %) und Netzeinspeisung (4 %). Langfristiges Ziel ist die Gründung des Green Hydrogen Innovation Center (GHIC), das technische Weiterbildung vor Ort ermöglicht, Einsparungen dauerhaft für soziale und gemeinschaftliche Infrastruktur sichert und diesen Projektansatz auf weitere Standorte übertragbar macht.
WIRKUNG
Region: | Sub-Sahara Afrika |
Land: | Kenia (Nyeri County) |
Impact Investing-Form: | „Genuines“ Impact Investing |
IMP-Gesamtbewertung: | C = Contribute to solutions |
Referenzrahmen: | SDGs, SMI Impact Measurement Framework (Impact3) |
IMM-System: | Ja – quantitative & qualitative KPIs |
Investor Impact: | Kapitalbereitstellung in unterversorgtem Markt, Signalwirkung, Systemtransformation |
Relevante SDGs und Wirkungspfade




Problem & Lösung
Problem
Der Kaffeesektor in Ostafrika verursacht erhebliche CO₂-Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vor allem durch fossil-basierte Düngemittel (Ammoniak aus Erdgas) sowie lückenhafte Energie- und Medizinversorgung im ländlichen Raum. Kenia importiert nahezu den gesamten mineralischen Stickstoffdünger: eine strategische Abhängigkeit, die ökologisch wie wirtschaftlich riskant ist und durch die Versorgungsengpässe infolge des Ukraine-Krieges verschärft wurde.
Lösung
SMI kombiniert Photovoltaik, Elektrolyse und Ammoniak-Synthese zu einem geschlossenen Power-to-X-Kreislauf direkt auf der Farm. Grüner Wasserstoff wird zu klimaneutralem Dünger verarbeitet; der Sauerstoff als Nebenprodukt sichert die medizinische Grundversorgung des Consolata Hospitals. Der SMIRF-Mechanismus stellt sicher, dass eingesparte Kosten dauerhaft in Bildung und Gesundheit der Region zurückfließen.
Impact Measurement & Management (IMM)
Das Projekt operiert mit einem strukturierten Wirkungsmesssystem auf Basis der SDG-Indikatoren und des SMI-eigenen Frameworks „Impact3“. Jeder Wirkungspfad ist mit messbaren KPIs hinterlegt:
Ökologisch: CO₂-Einsparung (tCO₂e/Jahr); Anteil grüner Düngemittel; PV-Erzeugung (kWh)
- Sozial / Gesundheit: Sauerstoffmenge für das Consolata Hospital; gesicherte Patientenversorgung
- Wirtschaftlich: Eingesparte Beschaffungskosten; reinvestierte SMIRF-Erträge; Skalierungsrate
- Systemisch: Anzahl replizierter Partnermodelle; Co-Investoren; erreichte Länder und Regionen
- Soziale Entwicklung: Langfristige Sicherung von Bildung und Gemeinschaftsinfrastruktur durch das GHIC
Risikoanalyse
Beweisrisiko: | Gering – UNIDO/GIZ-Monitoring, standardisierte KPIs |
Effizienzrisiko: | Gering – Technologie erprobt, Verbundeffekte genutzt |
Externes Risiko: | Mittel – Importabhängigkeit, politisches Risiko Kenia |
Durchführungsrisiko: | Mittel – Pilotcharakter; erste Replikationen in Planung |
„Nyeri Hill beweist: Wenn wir in Sektorenkopplung investieren, dekarbonisieren wir nicht nur die Industrie, sondern stärken das soziale Rückgrat ganzer Gemeinschaften.“
Mathias Kaps
CEO Starkmacher Impact
FALLSTUDIENGEBER:IN
Starkmacher Impact GmbH (SMI)
SMI versteht Impact Investing als Hebel für systemische Transformation. Das Unternehmen entwickelt und begleitet Projekte, die technologische Innovation, soziale Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit miteinander verbinden – mit Schwerpunkt auf dem Globalen Süden.
Name: | Starkmacher Impact GmbH (SMI) |
Marktteilnehmer:in: | Asset Manager / Projektentwickler |
Art der Organisation: | Social-Impact-orientiertes Unternehmen |
Anlageklassen: | Real Assets, Blended Finance / Revolving Fund |
Ansprechpartner:in: | Mathias Kaps (CEO) |
Kontakt / Ort: | Deutschland |
Link: | |
Co-Investor:innen gesucht?: | Ja – aktiv; Partnermodelle für weitere Regionen |
Datum der Fallstudie: | 2025 |
